Wenn aus Maxis E-Jungs werden
Bekanntlich ist aller Anfang schwer, und das gilt wohl auch für den Einstieg in die E-Jugend beim Handball. Beim Wellingdorfer Freiluftturnier durften wir diese Erfahrung machen.
Bei tollem Wetter mussten wir uns damit abfinden, dass unser erstes Spiel schon um 08.00 Uhr angepfiffen wurde. Das hatte aber den Vorteil, dass wir mit unseren Spielen vor der größten Mittagshitze durch waren. Im ersten Spiel trafen wir auf die Jungs von TUS Felde und schon in den ersten Sekunden wurde der Unterschied zwischen Maxi-Spielchen und einer E-Jugend-Begegnung klar. Während im Maxi-Handball meist noch fein säuberlich um den Gegenspieler herum gelaufen wurde, wurde die Manndeckung von TUS Felde recht handfest und hautnah praktiziert. Da wunderten sich manche meiner Jungs, dass die Gegner sie manchmal schon an der Mittellinie festmachten. Felde konnte zudem locker durchwechseln, mir hatten etliche Leistungsträger wieder einmal abgesagt. Nur 8 von 15 Spielern wollten dabei sein… Das Ergebnis fiel dann auch mit 0:8 recht deutlich aus, wobei meine beiden gut aufgelegten Torhüter noch Schlimmeres verhinderten.
Im zweiten Spiel gegen Schönberg waren die Jungs gut ins Spiel gestartet und mit 2:0 in Führung gegangen. Die Begegnung war eigentlich offen, und nur ganz knapp unterlagen wir mit 5:7. Dass wir mit 2 Pfostentreffern und einigen ungenutzten Torchancen so knapp scheiterten, machte uns dann auch Mut für die letzte Begegnung gegen Kronshagen. Der Trainer der Kronshagener – übrigens der deutsche Meister, Nationalspieler und frühere THW-Linksaußen Christian Scheffler – hatte mich schon frühzeitig informiert, dass er mit nur drei Feldspielern gegen uns antreten wollte. Da wir im System 2mal 3 gegen 3 also mit sechs Feldspielern nur drei Gegner kontrollieren mussten, ließ ich mich auf das Experiment ein. Leider wurde schnell klar, dass die Kronshagener Jungs mit ihrer Dynamik, Lauffreude und Spielintelligenz von meinen Feldspielern überhaupt nicht unter Kontrolle zu bringen waren. Wir waren hoffnungslos unterlegen, unsere Abwehrspieler wirkten wie Slalomstangen auf einer Weltcuppiste. Die Torhüter waren zu bedauern, denn die kraftvollen Würfe der Kronshagener, die stets über die Kreismitte durchdrangen, waren aus 6m Torentfernung überhaupt nicht zu parieren.
Natürlich waren die Jungs danach enttäuscht, aber schon am kommenden Sonntag wollen wir beim Kleeblatturnier unser erstes Erfolgserlebnis feiern.
Für mich als Trainer waren weniger die Spielergebnisse als die vielen Absagen enttäuschend. Auch am Teamgeist wird noch zu arbeiten sein. |